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    Die deutschen Verleger haben vom Kartellamt einen Korb bekommen, die Wettbewerbshüter haben eine Beschwerde gegen den Suchmaschinenriesen abgewiesen, ja abgeschmettert. Die VG Media, die das Leistungsschutzrecht abwickeln soll, argumentiere “nicht schlüssig” und soll zudem selbst kartellrechtlich aufpassen.

    Klare Absage in Richtung VG Media

    Wie die Online-Ausgabe der Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) schreibt (via @GillyBerlin), hat das Bundeskartellamt eine Verleger-Beschwerde zum Thema Leistungsschutzrecht (LSR) klar zurückgewiesen: Die Verleger hatten über ihre für die LSR-Durchsetzung gegründete VG Media einen Machtmissbrauch Googles moniert.

    Das Suchmaschinenunternehmen hatte nach der Verabschiedung des Leistungsschutzrechts den Verlagen das “Angebot” gemacht, sich explizit mit der kostenlosen Nutzung ihrer Inhalte auf Google News einverstanden zu erklären oder aus dem Nachrichtenportal als Quelle gestrichen zu werden. Die meisten der (Print-)Verlage gingen darauf ein, gleichzeitig reichte die VG Media aber beim Kartellamt eine Beschwerde ein und wollte hier einen Machtmissbrauch Googles erkennen.

    Die Wettbewerbshüter folgten den Argumenten laut FAZ aber nicht, ganz im Gegenteil, die Verlegerbeschwerde wurde regelrecht zerlegt. “Die Anknüpfungspunkte für ein eventuell kartellrechtsrelevantes Verhalten von Google beruhen teilweise nur auf Mutmaßungen”, so das Kartellamt, das auch zur Ansicht kam, dass das “eigentliche Beschwerdeziel unklar” sei. Insgesamt sei das Vorgehen der VG Media weder “schlüssig” noch “substantiiert.”

    Das Kartellamt kam zur Auffassung, dass Google nicht verpflichtet sei, den Verlagen die “Snippets”, also kurzen Textauszüge, abzukaufen. Kartellamtspräsident Andreas Mundt sieht nicht einmal einen für ein Verfahren erforderlichen “hinreichenden Anfangsverdacht.”

    Geht der Schuss nach hinten los?

    Google wollen die Kartellwächter aber weiterhin beobachten und tätig werden, sollte Google etwa eine Seite komplett aus dem Index werfen (was aber faktisch ausgeschlossen werden kann). Interessant ist aber vor allem die Drohung des Kartellamtes in Richtung der Verleger: Denn man stellt sich die Frage, ob nicht auch die VG Media ein verbotenes Kartell sei und behält sich eine entsprechende Prüfung vor.

     

    Ursprünglich veröffentlicht:

     

    http://winfuture.de/

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  • Zugegeben, er ist reichlich abgedroschen, aber hier stimmt der Spruch: Totgesagte leben länger. Ich meine das in Beziehung zum PC-Markt. Sowohl die Verkäufe von Desktop-PC’s als auch die von Laptops haben sich nach einem starken Einbruch in den letzten Jahren jetzt wieder erholt. Ganz überraschend kommt das nicht. Der Rückgang der PC-Verkäufe hing vor allem mit dem großen Erfolg der Tablet-Computer, Smartphones und ipads zusammen. Diese Geräte versprachen letztendlich mehr, als sie halten konnten. Man muss einfach feststellen, dass Smartphones oder Pads/Tablets einfach einen Desktop-PC bzw. Laptop nicht vollwertig ersetzen. Bei der Größe der Displays gibt es schon das erste Problem. Für viele, vor allem ältere Nutzer ist der Bildschirm auf den mobilen Endgeräten schlicht zu klein. Genauso sieht es mit der Speicherkapazität aus. Viel Platz ist auf dem lokalen Speicher der Smartphones und Tablets nicht und eine große Mehrheit der Nutzer möchten nicht die Möglichkeit der Cloud-Speicherung nutzen, sie vertrauen der Technik einfach nicht. Dies umso mehr, weil kürzlich Nacktfotos von Prominenten von gehackten Accounts gestohlen und veröffentlicht wurden. Ein weiterer Nachteil der sogenannten mobile devices ist die teilweise sehr eingeschränkte Möglichkeit, externe Geräte wie Festplatte, Stick oder Drucker anzuschließen. Schließlich ist einer der bedeutendsten Nachteile die Eingabe an sich. Auch, wenn es externe Tastaturen gibt, viele Leute können sich daran einfach nicht gewöhnen und gehen zur klassischen Variante zurück und arbeiten wieder an ihrem Windows-PC. Auch bei den Reparaturmöglichkeiten schneiden Smartphones und Tablets wie das iPad schlechter ab. Obwohl die Geräte für den mobilen Einsatz konzipiert sind, sind sie doch empfindlicher, als man denkt. Ein Display-Austausch oder ein Defekt des Touchscreens kann unverhältnismäßig teuer werden, das gilt übrigens auch für eine Datenrettung, falls das Gerät überhaupt nicht mehr funktioniert. Das ist bei Windows PC’s oder Laptops schon teuer, dafür sind aber die Erfolgsaussichten erheblich besser.

     

    Als Fazit lässt sich sagen, dass die Vorhersagen vor einigen Jahren so nicht eingetroffen sind. Die Leute schätzen gewohnte Arbeitsmittel und haben gemerkt, dass allein ein Tablet oder Pad nicht ausreicht, um vollständig arbeitsfähig zu sein.

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  • Die Marktforscher von IDC haben ihre Zahlen zum weltweiten PC-Markt im Jahr 2014 korrigiert. Sie erwarten zwar immer noch einen Rückgang der Verkäufe von Notebooks und Desktop-PCs gegenüber dem Vorjahr, er wird aber weniger drastisch ausfallen als befürchtet. Konkret ist von 303 Millionen übers Jahr verkauften Einheiten die Rede.

     

    Im Vorjahr waren 315 Millionen PCs verkauft worden. Das bedeutet einen Rückgang um 3,7 Prozent. Zuvor war IDC von 6 Prozent Rückgang ausgegangen.

    Weiterhin sind es vor allem Firmen, die PCs kaufen. IDC zufolge sind das Support-Ende für Windows XP, die große Nachfrage nach Chromebooks im Bildungsbereich und weniger Wettbewerb durch große Tablets die wichtigsten Faktoren hinter der leichten Besserung. Analyst Jay Chou kommentiert: “Programme zur Senkung der PC-Preise wie Windows 8.1 mit Bing haben ebenfalls für mehr PC-Absätze in einigen Segmenten geführt.”

    Der Analyst beobachtet zudem eine allgemeine Hinwendung zu Mobil-PCs, schnellere Innovationen und eine Konzentration auf Preispunkte. “Trotzdem gibt es nur schwache Aussichten auf langfristig signifikantes PC-Wachstum, da die Anwender PCs immer mehr als nur eines von mehreren Computing-Geräten sehen.”

     

    Im kommenden Jahr könnte der Markt immerhin von der Einführung von Windows 9 “Threshold” im Frühjahr profitieren. So lange seine Vorteile gegenüber Windows 8 nicht klar seien, könne man seine möglichen Auswirkungen auf den Markt aber nicht abschätzen, erklärt IDC. Bekannt ist vor allem, dass Windows 9 sich leichter mit Maus und Tastatur bedienen lassen wird als das Touch-optimierte Windows 8.

    Vorerst prognostiziert IDC fürs kommende Jahr 291 Millionen verkaufte PCs. Die negative Wachstumsrate des Markts wird sich seiner Auffassung nach abschwächen.

    Vor drei Wochen hatte IDC schon seine Jahresprognose für den weltweiten IT-Markt erhöht. Das Gesamtjahreswachstum wird währungsbereinigt 4,5 Prozent betragen. Ohne Smartphones wären es nur plus 3,1 Prozent. Heimanwender und Firmen ersetzen in unerwartetem Umfang ältere PCs und Notebooks. Das geht vorläufig zu Lasten des Tabletmarkts.

    Gartner hingegen meldete im Juli erstmals seit zwei Jahren ein leichtes Wachstum des PC-Markts: Die Verkaufszahlen legten um 0,1 Prozent auf 75,8 Millionen Einheiten zu. Regionen wie EMEA und USA erzielten mit 8,6 beziehungsweise 7,4 Prozent sogar ein deutliches Plus. Lenovo vergrößerte seinen Vorsprung vor dem ehemaligen Marktführer Hewlett-Packard. Das Analystenhaus geht zudem davon aus, dass sich die Chromebook-Verkäufe bis 2017 nahezu verdreifachen werden.

    [mit Material von Steven Musil, News.com]

     

     

    Zuerst veröffentlicht auf:

    www.zdnet.de

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